Die Standards für Energiespar- und Passivhäuser beruhen auf Planungsprinzipien, die sich in zwei Punkten zusammenfassen lassen:
- Reduzierung der Energieverluste im Gebäude
- sowie Nutzung der Sonnenenergie
In der Praxis bedeutet dies, dass Fenster und Türen – neben der Dämmung der Bauteile und der Luftdichtheit – zu einem der entscheidenden Elemente der Energiebilanz eines Gebäudes werden. Im Passivhausstandard sollte der Energiebedarf für die Beheizung oder Kühlung des Gebäudes sehr niedrig sein und einen Wert von < 15 kWh/m2 jährlich nicht überschreiten. Daher haben die Qualität von Fenstern und Türen sowie deren Montage einen direkten Einfluss auf die Betriebskosten und den Wohnkomfort.
Die wichtigsten Parameter
Bei der Auswahl von Fenstern für ein Energiespar- oder Passivhaus sollten Sie nicht nur auf den Preis, sondern vor allem auf die technischen Parameter des gesamten Fensters achten.
Wärmedurchgangskoeffizient Uw
Je niedriger der Uw-Wert, desto geringer die Wärmeverluste. Für Energiesparhäuser empfiehlt es sich, Fenster mit sehr guten Werten von Uw≤0,9 W/m²K zu wählen, während für Passivhäuser Lösungen anzustreben sind, die den Passivhausstandard erfüllen, also Uw≤0,8 W/m²K. Dies ist das grundlegende Kriterium bei der Frage, welche Fenster für ein Passivhaus geeignet sind.
Gesamtenergiedurchlassgrad g
In einem Passivhaus spielen die solaren Gewinne eine große Rolle. Richtig ausgewählte Verglasungen können die Beheizung des Gebäudes während der Heizperiode unterstützen, weshalb der g-Wert stets im Zusammenhang mit der Ausrichtung der Fenster nach den Himmelsrichtungen betrachtet werden sollte.
Luftdichtheit
Passivhäuser erfordern eine sehr gute Luftdichtheit, das heißt die Begrenzung eines unkontrollierten Luftaustauschs. Undichte Fenster oder eine fehlerhafte Montage können die Energiebilanz und den Wohnkomfort erheblich verschlechtern. Eine fachgerechte Montage mit Liebe zum Detail bedeutet Sicherheit und Komfort im Alltag – ganz ohne Schimmel- und Pilzbildung.
Warme Kante und Dreifachverglasung
Moderne Energiesparfenster setzen meist auf Dreifachverglasungen sowie warme Abstandhalter (Warme Kante), die Wärmebrücken am Glasrand reduzieren. Diese Lösung hilft, Energieverluste zu minimieren und wirkt sich somit direkt auf den Wärmedurchgangskoeffizienten des gesamten Fensters aus (sie senkt den Uw-Wert auf das heute übliche Niveau), beugt zugleich aber auch dem Niederschlag von Wasserdampf auf der Innenseite der Scheibe vor.
Welche Fenster für ein Passivhaus wählen?
Bei einem Passivhaus achten wir auf eine Gesamtlösung: das Profil, also den Fensterrahmen, die Verglasung, die sogenannten warmen Kanten sowie die Montage selbst. Empfehlenswerte Fenster für ein Passivhaus sollten sich auszeichnen durch:
- einen sehr niedrigen Uw-Wert, für ein Passivhaus sogar Uw≤0,8 W/m²K,
- eine Dreifachverglasung bzw. Zweikammer-Isolierverglasung (beide Bezeichnungen stehen für denselben Typ der Isolierverglasung),
- eine hohe Dichtheit,
- reduzierte Wärmebrücken,
- die Möglichkeit der Montage in der Dämmebene.
Die Montage ist genauso wichtig wie das Fenster selbst
Selbst das beste Passivhausfenster kann seine Funktion nicht erfüllen, wenn es mit Wärmebrücken oder ohne ordnungsgemäße Abdichtung eingebaut wird. In der Praxis bedeutet dies, dass eine warme Montage, der Einsatz von Dichtbändern und ein entsprechendes Vorsetzen des Fensters in die Dämmebene erforderlich sind.
Welche Fenster für ein Energiesparhaus wählen?
Bei einem Energiesparhaus dürfen die Anforderungen etwas weniger streng ausfallen als bei einem Passivhaus, dennoch lohnt es sich, auf Lösungen mit hoher Wärmedämmung zu setzen. Empfehlenswerte Fenster für ein Energiesparhaus sind ebenfalls Modelle mit Dreifachverglasung (bzw. Zweikammer-Isolierverglasung), warmer Kante sowie einem Profil – also Rahmen und Flügel – das die Wärmeverluste reduziert.
Diese Lösung ist besonders attraktiv für Bauherren, die einen Kompromiss zwischen den Investitionskosten und niedrigen Heizkosten suchen.
Kunststoff- oder Aluminiumfenster? Ein Vergleich für Passiv- und Energiesparhäuser
| Merkmal | Kunststofffenster Passiv- / Energiesparhaus | Aluminiumfenster Passiv- / Energiesparhaus |
|---|---|---|
| Wärmedämmung | Sehr gut | Sehr gut bei Systemen mit thermischer Trennung |
| Konstruktionssteifigkeit | Gut | Sehr gut |
| Große Verglasungen | Eingeschränkt im Vergleich zu Aluminium | Sehr große Möglichkeiten |
| Modernes Design | Große Auswahl | Minimalistisch, Premium |
| Preis | In der Regel niedriger | In der Regel höher |
In der Praxis werden Kunststofffenster für das Passivhaus häufig aufgrund ihres günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses gewählt. Aluminiumfenster für das Passivhaus wiederum bewähren sich besonders in der modernen Architektur mit großen Verglasungen und minimalistischen Profilen.
Außentüren im Passivhaus
In einem Gebäude mit sehr niedrigem Energiebedarf sollte auch die Eingangstür eine sehr gute Wärmedämmung und Luftdichtheit aufweisen. Achten Sie dabei auf:
- den Ud-Wert der Tür,
- eine gedämmte Schwelle mit thermisch getrenntem Bodenanschluss,
- die Luftdichtheit,
- die Vermeidung von Wärmebrücken im Türrahmen,
- eine fachgerechte Montage.
Worauf sollten Sie vor dem Kauf achten?
- Prüfen Sie den Uw-Wert des gesamten Fensters, nicht nur der Verglasung.
- Wählen Sie Dreifachverglasungen und warme Abstandhalter.
- Achten Sie auf die Dichtheit und die Luftdurchlässigkeitsklasse.
- Wählen Sie das passende System für Ihr Projekt: Kunststoff oder Aluminium.
- Sorgen Sie für eine fachgerechte, ordnungsgemäße Montage.
- Achten Sie auf eine Bauplanung, bei der der Planer die Ausrichtung der Fenster nach den Himmelsrichtungen berücksichtigt.
- Planen Sie bei großen Verglasungen auf der Südseite Sonnenschutzlösungen ein, um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden.
Empfehlenswerte Fenster für ein modernes Zuhause
Moderne Bauprojekte verbinden zunehmend hohe Energieeffizienz mit großen Verglasungen und minimalistischer Ästhetik. Deshalb sollten empfehlenswerte Fenster für ein modernes Zuhause gleichzeitig Folgendes bieten:
- eine sehr gute Wärmedämmung,
- schmale Profile,
- große Glasflächen,
- Langlebigkeit und Witterungsbeständigkeit,
- die Möglichkeit der Integration in Smart-Home-Systeme
- ein einheitliches Erscheinungsbild von Fenstern und Türen sowie Rollläden oder Jalousien – idealerweise von einem einzigen Hersteller.
Genau diese Kombination aus Energieeffizienz, Dichtheit und Ästhetik bildet heute die Grundlage des Begriffs Fenster und Türen für das moderne Zuhause.
Was sollten Sie in der Praxis wählen?
Wenn maximale Energieeffizienz und niedrigere Investitionskosten Priorität haben, sind Kunststofffenster für das Energiesparhaus oder Kunststofffenster für das Passivhaus oft eine gute Wahl. Sieht das Projekt große Verglasungen und eine minimalistische Architektur vor, lohnt es sich, Aluminiumfenster für das Energiesparhaus oder Aluminiumfenster für das Passivhaus in Betracht zu ziehen. In beiden Fällen bleiben der Uw-Wert, die Dichtheit sowie eine fachgerechte Montage entscheidend – sie bestimmen über die tatsächlichen Energieeinsparungen und den Komfort über viele Jahre hinweg.